Die Durchführung des Bereichs gestalten

Es gibt Wörter, die immer passen und wenig aussagen – wenn überhaupt etwas. Man findet sie in fast jedem Zeitungstext, und schon das ist verdächtig, klingt nach einer Luftnummer. Es geht um den inflationären und gedankenlosen Gebrauch von „durchführen, gestalten und Bereich“.

„Bei dem Unfall verletzte sich der Autofahrer im Nasenbereich“, heißt es in einer Meldung. Nun ist die Nase kein großer Körperteil, sondern in aller Regel überschaubare fünf bis sechs Zentimeter lang. Es genügt also völlig zu schreiben, der Autofahrer habe sich an der Nase verletzt. Der „Bereich“ liefert hier keine nützliche Information. Oder dieses Beispiel: „Seit zehn Jahren arbeitet Luise Müller im Garderobenbereich.“ Was will uns der Autor damit sagen? Hier ließe sich mit dem Weglassen der zwei Buchstaben „Be“ sogar eine nette ironische Wirkung erzielen: „Seit zehn Jahren ist die Garderobiere Luise Müller in ihrem kleinen Reich tätig.“ Anstelle des Verlegenheitsworts „Bereich“ lässt sich – manchmal ist es ja notwendig – auch „Gebiet“ oder „Feld“ schreiben.

Noch schöner: „Im vorderen Bereich des Eingangsbereichs wurden Umgestaltungen durchgeführt.“ Was führt der Schreiber dem Leser hier plastisch vor Augen? Nichts. Besser klingt es so: „Der vordere Teil des Foyers ist neu ausgestattet worden.“ Auch Pfarrer oder Ehrenamtliche danken nach Gottesdienst oder einer Festivität den Mitwirkenden gern für die „Gestaltung der Feier“. Hier sind „Mitarbeit“ oder „Hilfe“ konkreter.

Nicht anders ist es mit dem Wort „durchführen“. Alles lässt sich „durchführen“, eine Geburtstagsfeier, eine Lesung oder Renovierungsarbeiten. Warum nicht einfach „Geburtstag feiern“, eine „Lesung halten“ (nicht: abhalten)“ oder „renovieren“?

Ihre

Martina Dreisbach