Podiumsdiskussion: Wie funktioniert die Berichterstattung über Tarifverhandlungen?

16.11.2007

16.11.2007

Der Lokführerstreik legt den Personen- und Gütertransport lahm. Davon sind Bevölkerung und Wirtschaft in hohem Maße betroffen. Die Medien berichten über das Topthema seit Wochen.

Aktueller könnte die Podiumsdiskussion „Grundlagen, Rituale und Perspektiven der Tarifpolitik“ vor diesem Hintergrund gar nicht sein: Arbeitgeber-, Gewerkschafts- und Medienvertreter diskutierten beim 6. FORUM Kommunikation über die Rolle der Medien bei Tarifverhandlungen. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung am 15. November 2007 von 10.00 bis 16.00 Uhr von den hessischen Chemieverbänden zusammen mit dem Deutschen Fachjournalisten-Verband (DFJV) und dem Verband der Hessischen Zeitungsverleger im Airport Forum auf dem Flughafen Frankfurt. Der Präsident des DFJV, Prof. Dr. Siegfried Quandt, moderierte die Diskussionsrunde.

Die Medien berichten umso intensiver über Tarifverhandlungen, je stärker diese von Konflikten geprägt sind und je stärker die Bevölkerung davon direkt betroffen ist. Deshalb gehen ruhige Tarifverhandlungen in der Berichterstattung unter, während offene Arbeitskämpfe mit großer Aufmerksamkeit begleitet werden. Dies ist eine zentrale Feststellung der Diskutanten. Innerhalb der Berichterstattung kommt den medienwirksamen Aktionen der Gewerkschaften dabei eine deutlich höhere Aufmerksamkeit zu als den Arbeitgebern, stellte der Sprecher des Chemieverbandes, Burkhard Jahn, fest. Dies sei darauf zurückzuführen, dass sich Arbeitgeber bei Verhandlungen eher vornehm zurückhalten müssen.