Veränderte Marktregeln bedrohen Geschäftsmodelle der Zeitungsverlage

09.11.2007

08.11.2007

Die Zeitungsverlage stehen unter zunehmendem Druck durch mehrere politische Initiativen. In einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erklärte Andreas Scherer, Vorsitzender des Verbandes Bayerischer Zeitungsverleger und Geschäftsführer der Augsburger Allgemeinen die veränderten Rahmenbedingungen, die den Handlungsspielraum der Verlage erheblich einschränken. Diese sind im Kern:

  • Werbeverbote im Anzeigengeschäft lassen die Umsätze schrumpfen.
  • Die Vorratsdatenspeicherung bedroht die Pressefreiheit und erschwert so die redaktionelle Arbeit.
  • Der geplante Mindestlohn für Briefzusteller erhöht die Vertriebskosten von Printprodukten.
  • Die zunehmende Regulierung von Web-TV verursacht neue bürokratische Hürden.
  • Die durch Rundfunkgebühren finanzierten Online-Auftritte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks verzerren die Wettbewerbssituation zulasten der Verlage.

Scherer wünscht sich eine Klärung durch die Politik. Eine Einschränkung der Handlungsmöglichkeiten der mittelständischen Verlage dürfe nicht vorangetrieben werden.

Wie bereits aus der Werbekrise in der Vergangenheit spürbar wurde, hängt die Arbeitsmarktkonjunktur für Journalisten stark von der Zeitungsbranche ab. Die Deutsche Fachjournalisten-Schule unterstützt daher die Forderungen der Verlage, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht unnötig zu belasten. Eine erneute Rezession auf dem Arbeitsmarkt müsse verhindert werden.