DFJV appelliert an das Verantwortungsbewusstsein der deutschen Verleger

08.02.2007

06.02.2007

Der DFJV ruft die deutschen Verleger dazu auf, sich stärker zu ihrer Verantwortung für den Medienstandort Deutschland zu bekennen. In den vergangenen zwei Wochen warfen die Vorfälle um die „Münstersche Zeitung“ als auch die neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Axel-Springer Verlages für freie Journalisten kein gutes Licht auf das Geschäftsgebaren deutscher Publizisten.

 Die Verleger der „Münsterschen Zeitung“, Florian und Lambert Lensing-Wolff warfen praktisch „über Nacht“ die gesamte Stammredaktion raus und ersetzten die Redakteure durch einen billigeren Dienstleister. Betroffen davon sind 18 Mitarbeiter und Redakteure. Die Freistellungen der teilweise seit Jahrzehnten dort tätigen Journalisten erfolgte ohne Vorwarnung oder Ankündigung. „Besonders die Tatsache, dass die Kollegen ohne vorherige Information oder Absprache vor vollendete Fakten gestellt werden, ist bodenlos. So kann und darf man als Verleger mit seinen Mitarbeitern nicht umgehen“, so Thomas Dreesen, Vorstandssprecher des DFJV.

 Eine weiterer Verstoß gegen die verlegerische Verantwortung gegenüber Journalisten stellen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Axel-Springer Verlags für freie Journalisten und Fotografen dar. In diesen sichert sich der Verlag unter anderem die Mehrfachnutzung an den Fotos und Texten der freien Journalisten, ohne diese dafür entsprechend zu honorieren. Eine Erweiterung der Nutzungsrechte ohne entsprechenden Honoraraufschlag für den Journalisten ist jedoch ein krasser Verstoß gegenüber den geltenden Honorarregelungen, der rechtlich zumindest fragwürdig ist.

 Der DFJV fordert die Verleger auf, sich ihrer Verantwortung für ihre Mitarbeiter bewusst zu sein. Weiterhin appelliert der Verband nicht nur an die Geschäftsmoral sondern auch an die demokratische Verantwortung der Medienunternehmer: „Die Presse hat den öffentlichen Auftrag zur Information und Meinungsbildung in unserer Demokratie. Um weiterhin dies zu gewährleisten, müssen die Verleger entsprechende Arbeitsbedingungen für Journalisten sicherstellen. Verleger und Journalisten sind Partner bei der Wahrnehmung ihres gesellschaftlichen Auftrags. Das darf nicht für kurzfristiges Profitstreben, das die Arbeitsbedingungen für Journalisten verschlechtert und somit die Meinungsvielfalt aushöhlt, aufgegeben werden“, so der Vorstandssprecher des DFJV.