Crossmedia 2012: Studie untersucht Status Quo bei deutschen Verlagen

13.06.2012

Inwieweit erschließen deutsche Zeitungsredaktionen neue crossmediale Potenziale des Storytellings und der Partizipation? Dies war die Ausgangsfrage einer Studie mit dem Titel "Crossmedia 2012", durchgeführt von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) in Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen. Befragt wurden über 90 Crossmedia-Verantwortliche deutscher Zeitungshäuser.

Zentrales Ergebnis: Die Crossmedia-Implementierung erfolgt aktuell vor allem als „Top-Down-Prozess“, es überwiegen Einzelinitiativen, abgestimmte Strategien, Richtlinien, klare Verantwortlichkeiten und eine systematische Integration sind bislang nur punktuell vorhanden. 80 Prozent ihrer Arbeitszeit verwenden Zeitungsredaktionen auf Print, lediglich 15 Prozent auf die Website. Für i-Pad und Mobile bleiben lediglich ein bis zwei Prozent. So kommen die Autoren denn auch zu dem Schluss: "(…) inwieweit bei so limitierten
Zeitbudgets eine auf die Spezifika des Kanals optimierte Tablet- oder Mobile-Ausgabe erstellt werden kann – ggf. sogar mit eigenständigen Inhalten –, muss offen bleiben." Als essentiell für eine erfolgreiche Crossmedia-Implementierung bewerten sie die "Einbindung der Mitarbeiter", es müsse "Raum für Experimente" geschaffen werden, der in der Redaktions- und Unternehmenskultur verankert ist.

Der 22-seitige Ergebnisbericht zur Studie ist auf den Seiten der Bundeszentrale für politische Bildung kostenlos als PDF downloadbar.

Näher betrachtet werden die Ergebnisse der Studie von Christian Jakubetz auf universal-code.de.

Was es braucht, um Crossmedia erfolgreich in Redaktionen zu implementieren, erklären der Leiter Crossmedia der Axel Springer Akademie, Dr. Ansgar Mayer, und Dozent Frank Diering in ihrem Titelbeitrag "Die vernetzte Redaktion" im aktuellen Fachjournalist. Die Auswirkungen der digitalen Entwicklungen auf den Journalismus beschreibt Eva Hakes im Beitrag "Crossmedial in die Zukunft?".