Journalistische Ausbildung im Redaktionsvolontariat

Der Ausbildungsweg über ein Volontariat bei einer Zeitung, einem Radio- oder Fernsehsender dauert rund zwei Jahre. Der Volontär soll den Beruf über die Mitarbeit in verschiedenen, mindestens drei Teilredaktionen erlernen. Die Ausbildung ist rein praktisch orientiert und setzt auf das „learning by doing“. So wird häufig kritisiert, es mangele der Volontariatsausbildung an Systematik und theoretischer Fundierung. In den meisten Fällen wird ein Hochschulabschluss vorausgesetzt. Nur in seltenen Fällen reicht das Abitur oder ein Realschulabschluss aus. Auszug aus dem Leitfaden für journalistische bzw. fachjournalistische Volontariate des Deutschen Fachjournalisten-Verbands:

Ein Volontariat soll den Volontär systematisch auf die spätere Tätigkeit als Redakteur vorbereiten. Es dauert, je nach Vorbildung und/oder Eignung, zwischen 12 und 24 Monaten. Während dieser Zeit gehört der Volontär einer oder abwechselnd mehreren Redaktionen an. Zusätzlich haben Volontäre in aller Regel die Möglichkeit, an überbetrieblichen Kursen teilzunehmen (z. B. im Medienrecht). Verbindlich festgeschriebene Ausbildungsrichtlinien für Volontariate existieren nicht, und Tarifverträge für Volontäre gibt es nur bei tarifgebundenen Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen.

Nicht jedes Volontariat ist eines, das diesen Namen verdient. Oftmals sind Volontariate nichts anderes als verlängerte Praktika, mit denen Personalkosten in den Medienunternehmen eingespart werden sollen. Auch kommt es immer wieder vor, dass Volontäre einen erfahrenen Redakteur ersetzen sollen. Mit einer soliden journalistischen Ausbildung hat das nichts zu tun.

Außerdem ist der Begriff „Volontariat“ alles andere als trennscharf. Volontäre arbeiten nicht nur in den Medien, sondern auch bei Werbe- und PR-Agenturen, Buchverlagen, Kundenmagazinen etc. Nicht hinter jedem Volontariat steckt also ein journalistisches. Ein Volontär, der seine Ausbildung bei einer PR-Agentur absolviert hat, wird sich jedoch schwer tun, danach in den Journalismus zu wechseln, da beide Ausbildungen zwar verwandt, aber doch grundverschieden sind. Daher ist es wichtig, sich vor dem Volontariat über den Ausbildungsbetrieb zu informieren, damit aus der Freude über den Volontariatsplatz keine Enttäuschung wird. Zudem sollte man sich vor Beginn des Volontariats darüber im Klaren sein, in welchem Ressort und in welcher Mediengattung man später journalistisch tätig sein möchte. Wenn man Print-Journalist werden will, ist ein Volontariat bei einem TV-Sender nicht optimal. Ein begeisterter Online-Journalist wird bei einem Hörfunk-Volontariat sicherlich nicht bestmöglich aufgehoben sein. Gleiches gilt für das Ressort. Wer später politische Themen bearbeiten möchte, sollte sich nicht bei der Sport-Redaktion bewerben.